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Zwischen Bananen-Guillotine, Steckenpferd und Vorgarten-Flak
Liebe Leserinnen, liebe Leser, gestern versuchte ich, ein denkbar schlichtes Abendbrot zuzubereiten. Ein fataler Fehler: Aufgeschlagen auf der Küchenanrichte lag ein Lifestyle-Magazin, das mir mit dem heiligen Ernst einer UN-Resolution erklärte, wie man aus handverlesenen Chiasamen, Goji-Beeren und getrüffeltem Wildkräuterschaum eine spirituelle Zwischenmahlzeit zelebriert. Ich blickte auf meine schnöde Scheibe Graubrot, schielte hinüber zu einer absurden gelben Plastik-Bananen-Guillotine und wusste schlagartig: Die Menschheit ist irgendwo falsch abgebogen. Genau an dieser Weggabelung schlägt die QuerZeile ihr Lager auf. In dieser Ausgabe widmen wir uns der geballten Pracht unseres täglichen Irrsinns: Wir beleuchten die kulinarische Schizophrenie moderner Hochglanzhefte, warnen vor Küchenhelfern, die eher an mittelalterliche Folterwerkzeuge erinnern, und entlarven den Bürostuhl als wahren Erzfeind der menschlichen Evolution. Wir schauen dem Deko-Wettrüsten in den Vorgärten zu – wo Flakscheinwerfer das verängstigte Christkind blenden –, reiten auf dem Besenstiel durch die Absurditäten der Freizeitkultur und suchen in der täglichen TV-Endlosdröhnung händeringend nach dem Notausgang. Als rettende Lektüre gegen den Wahnsinn präsentiere ich Ihnen unser Werk der Woche: In „Lametta auf Halbmast“ sezieren wir das alljährliche familiäre Fegefeuer mit spitzer Feder und tröstender Selbstironie. Lehnen Sie sich zurück, vergessen Sie für einen Moment den ergonomischen Feind unter Ihrem Hintern und blättern Sie vergnügt um.
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